Selbstempathie

Wenn Sie also bemerken, dass Sie etwas stört in der Klasse, oder das ein Kind „schwierig“ ist:

1. Schritt: Beobachten

Dann beobachten Sie genau. Was ist es was Sie tatsächlich „stört“. Und achten Sie darauf, dass ihre Beobachtung so frei wie möglich ist von Interpretation.

Mögliche Beobachtungen:
Das Kind sagt“…“
Das Kind wirft etwas nach jemanden..
Das Kind haut jemanden…
„Das Kind ist ungut, schlecht gelaunt, stört“ sind Interpretationen.
Legen Sie sich fest, was es genau TUT, dass so störend ist?

Wenn Sie zB finden:
Das Kind bewegt sich durchgehend.
Das Kind spricht oft parallel zu mir.

Dann haben wir schon ein erstes wichtiges Handwerkszeug zur Verfügung.
Wir können das Kind leichter immer wieder um still sitzen bitten, als um Ruhe geben 🙂

2.Schritt : Fühlen

Spüren Sie, wie es sich anfühlt, wenn das Kind das tut, was es tut.

Fühlen Sie sich ärgerlich, ungeduldig, genervt, vielleicht sogar ohnmächtig?

Erlauben Sie diese Gefühle da zu sein. Sie fühlen völlig normal. Es ist absolut nachvollziehbar, dass sie so fühlen. Werten Sie sich nicht : „Ich sollte geduldiger sein, ruhiger….“

Erlauben Sie auch Wut. Spüren Sie ihre Wut in Ihrem ganzen Körper. Aber behalten Sie Ihre Wut in sich. Sie darf da sein, aber „noch“ sollte das nicht rausgehen an ein Gegenüber.
3. Schritt: wünschen, sehnen, brauchen

Spüren Sie weiter, was brauchen und wünschen Sie sich jetzt ganz tief in Ihrem Gefühl.

Ist es Ruhe?
Ist es Annehmen können, dass dieses Kind halt so ist, es kann nichts dafür?
Ist es Sehnsucht nach Leichtigkeit? Gemeinschaft? Verbindung?
Möchten Sie gerne besser sorgen können für das Wohlergehen des Kindes innerhalb Ihrer Klasse?

Unsere Bedürfnisse leiten all unser Verhalten.

Und nun erlauben Sie sich vorzustellen, wie das wäre, wenn Ihr Bedürfniss erfüllt wäre.
Was müsste passieren, wie sieht es aus, wo sind Sie da….

Ich lade Sie ein zu „baden“ in dem erfüllten Bedürfniss. Wenn das in der Situation nicht geht, dann stellen Sie sich eine andere vor, wo Sie das erlebt haben. Oder erfinden Sie eine in Ihrem Kopf.

Aber erlauben Sie wirklich zu fühlen, wie gut sich das anfühlt…
RUHE, alles ist still, eine sanfte Brise
VERBINDUNG, lachende offene Augen von Ihnen zu den Kindern und zurück
ANNAHME, friedlich sein, verständisvoll und liebevoll dem kleinen Störenfried zuschauen
Und spüren Sie wie wichtig IHNEN dieses Bedürfnis ist.

Sie möchten Ruhe, Verbindung….für SICH und ALLE, weil es so wichtig ist und sich so gut anfühlt.

Ich möchte Sie herzlich dazu einladen, auch in Ruhe, nicht nur im Stress, zu schauen, was sind die Situationen, die mich tagsüber immer wieder irritieren.
Gehen Sie dann diese Schritte durch. Sie werden feststellen, es sind oft immer wiederkehrende Bedürfnisse, die da um Erfüllung rufen.
Und wenn Sie dann in der Klasse sind und es kommt wieder so eine Situation, dann wissen Sie schon: Ahh, es ist Ruhe, ich sehne mich nach Ruhe gerade.

Sie Schließen für ein paar Sekunden die Augen und stellen sich Ruhe in sich vor.
4. Schritt : bitten

Und nun, da Sie die Verbindung zu dem was IHNEN wichtig ist hergestellt haben.

Fragen Sie sich, was könnte Sie noch mehr Unterstützen, um weiter in Verbindung mit sich zu bleiben.

Schließlich wollen Sie die Ruhe, die Kinder vielleicht ja gerade nicht 🙂

Und wenn Sie Ruhe wollen, dann sollten Sie die erste sein, die Ruhe anfängt zu verbreiten.

Wenn Sie Vertrauen wünschen von den Kindern. Fühlen Sie wie wichtig Ihnen Vertrauen ist.
Wie gerne Sie jemanden Vertrauen. Wie leicht und schön und flüssig alles läuft, wenn Vertrauen herrscht.

Bitten Sie sich, um Ideen, wie Sie in sich für Ruhe sorgen können, die Sie so dringend brauchen.

Atmen Sie tief durch, oder holen sich einen Tee, oder trinken einen Schluck Wasser, oder machen Sie den Kindern einen Film an. 🙂
Denken Sie sich soviele verschiedene Strategien /Möglichkeiten aus, wie nur geht. Werden Sie erfinderisch.
Und bitten Sie die Kinder, um Unterstützung.

Sie wünschen sich gerade Ruhe, was könnten die Kinder tun, um Sie dabei zu unterstützen?

Sagen Sie das so zu den Kindern. Kinder wollen geben, genauso wie Erwachsene. Wenn Kinder hören, dass ihre Unterstützung gefragt ist, dann hören Sie ganz anders zu.

Und hier helfen die Beobachtungen vom Anfang wieder.

Bitte hör auf zu wackeln mit dem Sessel. Bitte sprich erst, wenn ich fertig bin, …..
Und nun geht es weiter zu Empathie.